Artikel: Zeitschrift „Living MS“ | Patienten news 01/2010

Gefühle finden einen Ausdruck
Mal- und Gestaltungstherapie für MS-Betroffene

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In Zusammenarbeit mit der MS-Ambulanz der neurologischen Abteilung des Klinikum Wels-Grieskirchen und MerckSerono wird seit 2008 in der Praxis von Ulrike Eigner Mal- und Gestaltungstherapie für Multiple-Sklerose-PatientInnen angeboten.

Die Mal- und Gestaltungstherapie ist eine tiefenpsychologisch begründete, ressourcenorientierte Therapieform, die die Möglichkeit bietet, in den Prozess der Krankheitsverarbeitung positiv unterstützend einzugreifen und neue Emotionsbereiche zu entdecken. „Es geht weder um Leistungsdenken noch um künstlerischen Anspruch, vielmehr wird der unmittelbare gefühlsnahe Ausdruck in Farben und Formen gefördert, um so innere Bilder zu spiegeln. Die Gruppe bildet dafür einen vertrauten und geschützten Rahmen“, erläutert die Leiterin und Mal- und Gestaltungstherapeutin Ulrike Eigner.

Mittlerweile trifft sich die vierte Kleingruppe einmal wöchentlich für zwei Stunden in der Praxis von Ulrike Eigner, um bei der kreativen Tätigkeit Kraft zu tanken, zu entspannen und die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen. Dabei darf geplaudert, gelacht und geweint werden! Es ergibt sich auch immer wieder ein Erfahrungsaustausch über den Umgang mit der Krankheit sowie über die verschiedensten Lebenssituationen und die Neuorientierung im Leben der KlientInnen.

Das Feedback der TeilnehmerInnen ist durchwegs positiv. „Die Mal- und Gestaltungstherapie hat mir persönlich sehr geholfen und Kraft gegeben. Es wurde mir die Möglichkeit geboten, mich intensiv mit mir selbst zu beschäftigen, Trauer und Freude mitzuteilen. Im Gegensatz zu einer Selbsthilfegruppe muss hier nicht über die Krankheit an sich gesprochen werden, sondern es wird vielmehr die gesamte Lebenssituation erarbeitet“, schildert eine 24jährige Klientin. Die Mal- und Gestaltungstherapie wird von vielen TeilnehmerInnen als angenehme Ergänzung zur schulmedizinischen und medikamentösen Therapie gesehen, da hier Prozesse eingeleitet werden, die zum seelischen Wohlbefinden beitragen. Es handelt sich um regelmäßige Einheiten, in denen man sich in entspannter Atmosphäre auf kreative Art und Weise mit sich selbst beschäftigt und sich im Anschluss sowohl mit der Therapeutin als auch mit den anderen KlientInnen austauscht.

„In der Gruppe haben wir zwar alle die Krankheit gemeinsam, diese wird aber nicht zwangsläufig thematisiert. Wenn der Austausch gesucht wird, bietet die Mal- und Gestatungstherapie einen optimalen Rahmen, da man bei den anderen TeilnehmerInnen auf Verständnis stößt. Ich bin sehr dankbar, die Therapie machen zu dürfen. Sie verhilft mir zu mehr Ausgeglichenheit, die für einen positiven Verlauf meiner Krankheit nur förderlich sein kann“, berichtet eine 28jährige Gruppenteilnehmerin enthusiastisch.

Die Offenheit, die Neugierde und der Mut der Betroffenen fördern eine positive Gruppendynamik sowie die Möglichkeit, Ressourcen und neue Sichtweisen zu finden. Ein besonderer Dank gilt neben MerckSerono auch Dr. Sabine Groicher, die maßgeblich zur Realisierung dieses Projekts beigetragen hat.

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